Blog 2

Es gibt Tage, da muss man einfach ausschlafen. Der erste Urlaubstag beispielsweise, wenn langsam die Gelassenheit einkehrt,
den Alltag hinter sich zu lassen. Perfekt ist das mit einem Frühstück auf einer Holzterrasse am Ufer des Sambesi.
Es gilt ohnehin, sich zu stärken, denn es geht zu den Victoria Falls. Genauer genommen zur Eisenbrücke, wo die Wahnsinnigen sich 111 Meter in die Tiefe stürzen. Ichhabe heute beim Frühstück den Entschluss gefasst, es tatsächlich auch zu wagen. Spaß ist das keiner, wenn man an der Absprungkante steht und hinunterblickt auf das tiefe Tal, in dem der Sambesi vor sich hinbrodelt. „Wie irre bist du eigentlich“ denke ich, und dann springe ich ins Leere. Ein kaum beschreibbares Gefühl, eine Empfindung, die alle Alpträume wahr werden lässt. Und dann, da ich hoch und wieder hinunter pendle, diese unglaubliche Gefühl der Befreiung: „Du hast es wirklich gewagt. Geil.“ Ein echter Knaller fürs Selbstbewusstsein. Ein echter Tipp zum Nachmachen. Auch wenn 157 Dollar für den Sprung nicht gerade ein Schnäppchen sind.
Aber diesmal ist es egal. Es ist vor dieser unglaublichen Kulisse der Victoria-Fälle ein unvergessliches Erlebnis.
Am nächsten Morgen geht es zu einem Zeitpunkt aus den Zelten, den ich eigentlich nur von zu langen Feierstunden kenne. 5 Uhr. Es ist noch nicht einmal hell. Trotzdem ist klar, dass der Tag heiß werden wird.
Wir fahren heute 68 Kilometer in Richtung Botswana, wo wir mittels einer fast schon historischen Fähre über den Sambesi übersetzen. Ein einziges Chaos, als ein schwer beladener Lastwagen mit Anhänger auf das Boot fährt, sinkt es fast auf die gleiche Ebene wie der Wasserspiegel. Eine Handbreit lediglich fehlt noch, dann würde das Wasser über die verbogenen Stahlplatten des Decks laufen. Nun sind wir im Land der Safaris, der Elefanten, Nilpferde und Löwen. Für uns ist der Radtag jetzt, gegen 13 Uhr, beendet. Ich bin nicht traurig, 68 Kilometer am Stück bin ich auf dem Rad in meinem ganzen Leben noch nicht gefahren. Ein kurzer Transfer zu einer Ladenstraße, wo wir wechseln und für die so genannte Kreuzfahrt auf dem Chobe-River Getränke einkaufen. Bereits um 15 Uhr beginnt die Cruise über den Fluss mit seinen ausladenden Inseln. Schon von der Ferne sehen wir aus dem kleinen Boot, das immerhin ein Dach gegen die Sonne besitzt, mehrere Elefantenherden auf der Insel, „Look“, ruft der Bootsführer plötzlich und stoppt den Motor. Direkt vor uns gleitet ein gewaltiges Krokodil durchs Wasser, kommt unserem Boot näher und schwimmt in allenfalls drei Meter Entfernung vorbei. Zwei, dreimal reißt es sein Maul auf, präsentiert seine Zahnreihen, dann taucht es ab. Nilpferde, Seeadler, Nilpferde und Wasserbüffe und Giraffen tauchen mit zunehmender Dämmerung am Ufer auf. Es ist Zeit zu trinken. Eine magische Atmosphäre,
Kein Wunder, dass die Ankunft im Dunklen stattfindet. Schnell die Zelte aufbauen, den selbstgekochten Eintopf essen, und dann geht es bald ins Bett. Morgen ist nicht etwa um 5 Uhr Wecken – um 5 Uhr soll das Gepäck schon vor den Zelten stehen. Immerhin haben wir 108 Kilometer vor uns

Advertisements

Ein Gedanke zu “Blog 2

  1. Danke fuer deinen tollen Bericht. Wir reisen in Gedanken mit dir
    und freuen uns schon auf den naechsten blog.
    Mut, Ausdauer und viel Energie wuenschen dir
    Graham und Christel

    Gefällt mir

Ich freue mich über Deinen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s